N6 Kandertal: Kreisellösung in Reichenbach BE wird nicht weiterverfolgt

Mit der Übergabe der Kandertalstrasse an den Bund per Januar 2020 ging auch das Projekt zum Neubau eines Kreisels beim südlichen Ende von Reichenbach an das ASTRA über.

Vertiefte Verkehrsanalysen zeigten nun, dass die Staubildung primär auf zu grosse Abstände zwischen den Fahrzeugen zurückzuführen ist. Ein Kreisel würde diese Problematik nicht beheben. Das ASTRA hat sich deshalb entschieden, die Kreisellösung nicht weiter zu verfolgen.

Mit der Übergabe der Kandertalstrasse an den Bund per 01.01.2020 übernahm das Bundesamt für Strassen ASTRA auch das Projekt zum Neubau eines Kreisels beim Knoten am südlichen Ende Reichenbachs. Die Planung wurde seither intensiv vorangetrieben. Da sich mit dem Wechsel von einer Kantons- in eine Nationalstrasse gewisse rechtliche Vorgaben änderten, musste das Projekt noch überarbeitet und bereinigt werden.

Im Vergleich zum Zeitpunkt der Projektinitiierung durch den Kanton vor mehreren Jahren hat sich der Verkehr weiterentwickelt und verändert. Nicht zuletzt auch wegen der Auswirkungen der Corona- Pandemie auf die Verkehrsströme wurde entschieden, die aktuelle Situation nochmals zu überprüfen. Daraufhin wurde im März 2023 während mehrerer Tage eine vertiefte Verkehrsanalyse durchgeführt. Dabei wurden die verkehrlichen Abläufe am Knoten der Lichtsignalanlage sowie am Knoten Reudlen mit der Abzweigung Wengi untersucht. Diese zeigte, dass die Staubildung bei hohem Verkehrsaufkommen primär auf zu grosse Abstände zwischen den Fahrzeugen zurückzuführen ist, wodurch in einer Grünphase weniger Fahrzeuge als möglich den Knoten passieren können und so die eigentliche Leistungsfähigkeit nicht erreicht wird.

Die grossen Abstände sind auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Einen grossen Einfluss haben gemäss der Verkehrsanalyse vom März die verschiedenen Zufahrtswege rund um den Knoten. Ein Kreisel würde diese Problematik jedoch nicht beheben. Das ASTRA hat sich deshalb entschieden, die Kreisellösung nicht weiter zu verfolgen.

Stattdessen werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Diese werden insbesondere auf den Knoten Reudlen sowie auf die ÖV-Ampel beim Bahnhof Reichenbach ausgeweitet, um die Gesamtsituation besser beurteilen zu können. Auch weitere relevante Punkte wie etwa der Langsamverkehr werden in der Gesamtbeurteilung berücksichtigt.

Staus zu Spitzenzeiten werden jedoch auch in Zukunft nicht komplett zu vermeiden sein, da letztendlich die gesamte Ortsdurchfahrt Reichenbach kapazitätsmindernd wirkt. Die Ortsdurchfahrt mit Kreuzungen und Fussgängerstreifen kann schon rein technisch nicht dieselbe Kapazität aufweisen wie die Ausserortsbereiche vor und nach Reichenbach.

Die Erarbeitung nützlicher Massnahmen hängt massgeblich von den Resultaten der weiteren Verkehrsanalysen ab. Ziel ist es weiterhin, die optimale Lösung nicht nur für den Durchgangsverkehr, sondern vor allem auch für die lokale Bevölkerung zu finden.

 

Quelle: Bundesamt für Strassen ASTRA
Titelbild: Symbolbild © Thebirdss – shutterstock.com

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