50'000 Erwerbstätige stürzen jährlich zu Hause: 7'000 verletzen sich schwer
(Schweiz). Stürze betreffen nicht nur ältere Menschen.
Jedes Jahr verletzen sich in der Schweiz fast 50’000 Menschen im erwerbsfähigen Alter, weil sie daheim stürzen; davon 7’000 schwer.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Betroffene: Fast 50’000 Erwerbstätige verletzen sich jährlich bei Stürzen zu Hause
- Schwere Verletzungen: Über 7000 Fälle pro Jahr
- Wissen: 70 % fühlen sich über Sturzursachen gut informiert
- Fehleinschätzung: Fast 40 % fühlen sich persönlich nicht gefährdet
- Typische Gefahren: Dusche, Badewanne, Eile, Stolperfallen und rutschige Böden
- Weitere Risiken: Fehlende Handläufe, ungenügende Beleuchtung und improvisierte Aufstiegshilfen
- Ziel: Bekanntes Wissen im Alltag konsequent in sicheres Verhalten umsetzen
Die BFU und Vaudoise Versicherungen haben festgestellt, dass die meisten Erwachsenen sich der Gefahren von Stürzen im eigenen Zuhause bewusst sind. Dennoch fühlt sich nur eine Minderheit persönlich betroffen. Nun geht es darum, dieses Wissen im Alltag in konkrete Handlungen umzumünzen.
Stürze betreffen auch Erwerbstätige
Bei Stürzen zu Hause verletzen sich in der Schweiz jedes Jahr rund 50 000 Erwerbstätige. Davon verletzen sich über 7000 sogar schwer. Stürze zu Hause werden oft als ein Problem im hohen Alter wahrgenommen; sie betreffen aber zu einem grossen Teil auch erwerbstätige Erwachsene.
Verletzte pro Jahr
schwere Verletzungen
fühlen sich nicht gefährdet
Wer sich überschätzt, riskiert schwere Verletzungen
Die im Auftrag der BFU und der Vaudoise Versicherungen durchgeführte Social-Marketing-Studie zeigt, dass das Sturzrisiko von Erwachsenen in der Schweiz stark unterschätzt wird.
✓ 70 % der Befragten fühlen sich über die Ursachen von Stürzen gut informiert
✓ Die meisten kennen die Präventionsmassnahmen
✓ Fast 40 % fühlen sich persönlich nicht gefährdet
Es mangelt also nicht an Wissen, sondern am Sicherheitsreflex im richtigen Moment. Ein Sturz zu Hause passiert nicht nur den anderen, und ein Sturz kann schwerwiegende Folgen haben: für die Gesundheit und für die Selbstständigkeit, oder man kann sich nicht mehr um seine Angehörigen kümmern.
Die grössten Gefahren sind eigentlich bekannt
Die grössten Gefahren sind bekannt: das Ausrutschen in der Dusche oder in der Badewanne, Eile oder Unachtsamkeit, Stolperfallen, rutschige Böden oder die Verwendung kreativer Alternativen anstelle einer Trittleiter oder einer Leiter.
Andere Gefahren werden von den Befragten weniger häufig genannt, etwa fehlende Handläufe oder ungenügende Beleuchtung.
⚠️ Typische Sturzfallen zu Hause
- nasse Dusche oder Badewanne
- lose Gegenstände und Stolperfallen
- rutschige Böden
- Eile und Unachtsamkeit
- fehlende Handläufe
- ungenügende Beleuchtung
- Stuhl oder andere Improvisationen statt einer stabilen Trittleiter
Wissen allein reicht nicht
Doch die täglichen Gewohnheiten, Zeitmangel und das Unterschätzen des Risikos verhindern oft eine Verhaltensänderung. Stürze passieren, wenn Bequemlichkeit Vorrang vor Sicherheit hat.
Die Herausforderung für die Prävention besteht also nicht nur darin, zu informieren, sondern auch darin, dafür zu sorgen, dass die richtigen Verhaltensweisen im Alltag übernommen werden.
💡 Vier einfache Handlungen mit grosser Wirkung
Die BFU nennt einfache Massnahmen, die sich ohne grossen Aufwand in den Alltag integrieren lassen:
- Licht einschalten, bevor dunkle Bereiche betreten werden.
- Durchgänge freihalten und Stolperfallen konsequent beseitigen.
- Handläufe benützen, wenn sie vorhanden sind.
- Eine stabile Trittleiter verwenden statt auf Stühle oder improvisierte Hilfsmittel zu steigen.
Der entscheidende Punkt ist nicht fehlendes Wissen, sondern die Umsetzung im richtigen Moment. Gerade kleine Gewohnheiten können dazu beitragen, das Sturzrisiko im eigenen Zuhause zu verringern.
Prävention soll stärker auf den Alltag ausgerichtet werden
Das Verständnis von Hemmnissen bei der Prävention von Unfällen im häuslichen Umfeld soll dazu beitragen, die Prävention auf der Grundlage neuer Erkenntnisse zu stärken und zu verbessern.
Mithilfe der Studienergebnisse lassen sich ausserdem verschiedene Zielgruppen identifizieren, und es lässt sich besser nachvollziehen, welche Botschaften, Kanäle und Ansätze diesen Zielgruppen am ehesten helfen, einfache Präventionsmassnahmen umzusetzen.
Die Partnerschaft zwischen der BFU und Vaudoise Versicherungen ermöglicht es somit, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Präventionsmassnahmen zu übersetzen und den Grundstein für eine neue Kampagne zu legen. Diese soll zum Handeln anregen und die nachhaltige Übernahme sichererer Verhaltensweisen im Alltag fördern.
🚑 Wenn aus dem Sturz ein medizinischer Notfall wird
Stürze können schwere Verletzungen verursachen und einen Einsatz des Rettungsdienstes notwendig machen.
Bei einem medizinischen Notfall ist in der Schweiz der Rettungsdienst über die Notrufnummer 144 erreichbar. Prävention kann deshalb nicht nur Verletzungen verhindern, sondern auch dazu beitragen, dass schwere Notfälle und daraus folgende Rettungseinsätze gar nicht erst entstehen.
Quelle: BFU – Beratungsstelle für Unfallverhütung
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